Wurzel und Krone – die Druckzentren im Human Design

Nach dem Blick auf die Motorzentren, die Energielieferanten unter den Zentren, schauen wir uns heute einmal die so genannten Druckzentren im Human Design genauer an. Das sind zum einen das Antriebszentrum (die Wurzel) und das Inspirationszentrum (die Krone).

Was heißt eigentlich „Druckzentrum“?

Hier müssen wir das erste Mal genau hinsehen, denn faktisch gibt es nur ein reines Druckzentrum, nämlich die Krone.

Die Wurzel hingegen ist sowohl Druck- als auch Motorzentrum. Wenn wir hier von Druck sprechen, heißt das im Falle der Krone – der Druck FRAGEN zu stellen. Beispielsweise das Drängen eines Problems, das nach einer Lösung verlangt, als inneren Druck zu empfinden, im Falle der Wurzel geht es um den Druck die (physische) Existenz zu sichern.

Wie ist es bei Dir?

Sind diese beiden Zentren in Deiner Körpergrafik definiert oder undefiniert – d.h. farbig dargestellt oder weiß?

Die Kraft der Wurzel

Beim Antriebszentrum ist die Verteilung in der Bevölkerung recht ausgewogen, 60 Prozent der Menschen haben das Wurzelzentrum definiert, 40 Prozent gehen mit einer offenen Wurzel durchs Leben. Das Antriebszentrum haben wir uns in seiner Funktion als Motorzentrum schon einmal genauer angesehen. Hier sitzt unter anderem der Druck die Existenz zu sichern und sich in der Evolution zu entwickeln. Hier starten alle energetischen Prozesse, vor allem aber werden hier Stress und Entspannung reguliert. Eine ganz wichtige Funktion in dieser Zeit, finde ich.
Der Wunsch, der hinter diesem Zentrum steckt, ist eine Form heiterer Gelassenheit. Hier geht es auch um Verwurzelung und Erdung.

Ist das Zentrum bei einem Menschen definiert, möchte er den ihm eigenen Druck gerne in seiner Geschwindigkeit und seiner persönlichen Art und Weise entfalten, er nutzt ihn auch als Energiequelle für die ständige Bereitschaft zu Engagement und Leistung. Druck von außen möchten sie jedoch möglichst abwehren. Im Allgemeinen bewahren sie bei Hektik eher die Ruhe. Sie können mit großem Druck umgehen – und andere unter Druck setzen. Das ist keineswegs so negativ, wie es im ersten Moment klingen mag. Wo wären wir ohne Menschen, die anderen auf die Sprünge helfen können, sie wenn nötig anschubsen und die Dinge vorantreiben?

Aber keine Qualität hat nur eine Ausprägung! Menschen mit einem definierten Antriebszentrum machen sich Druck eher selbst und geraten dann in der Übertreibung in einen sehr rast- und ruhelosen Zustand. Haben sie das Gefühl, ihrem inneren Antrieb nicht folgen zu können, in ihrem ganz eigenen Tempo, verfallen sie schon mal in eine Art Niedergeschlagenheit oder gar Depression.

Stress lass nach

Menschen mit undefinierter Wurzel, immerhin rund 40 Prozent der Menschen, die hier wahrnehmend sind, haben den großen Wunsch, frei von Druck zu sein. Kommt dieser von außen – und den nimmt die undefinierte Wurzel deutlich wahr – möchte sie möglichst schnell wieder in einen druckfreien Zustand kommen. Eine undefinierte Wurzel hat keine feste Strategie mit Stress umzugehen. Das kann dazu führen, dass Menschen mit dieser Qualität des Antriebszentrums bei Druck schnell hektisch werden – und diese unnatürliche Hektik auch verbreiten. Sind Menschen mit offener Wurzel nicht achtsam in Bezug auf Stress, mündet das in eine Form der Hyperaktivität und kann im schlimmsten Fall im Burnout enden. Deshalb ist es hilfreich sich und die Situation einmal von außen zu betrachten und sich die Frage zu stellen: „Beeile ich mich immer um Druck loszuwerden?“ und „Ist dieser (Zeit-)Druck wirklich existent oder empfinde nur ich ihn?“

Ein weiterer Schatten kann sein, dass Menschen ohne definiertes Antriebszentrum ohne Druck keinen Antrieb entwickeln. Das sind die Menschen, die alles auf den letzten Drücker erledigen, die einen Handlungsdruck brauchen. Das können auch schon mal ellenlange To-Do-Listen sein.

Suche nach dem Sinn

Um einen Druck ganz anderer Art geht es beim Inspirationszentrum, der Krone. Hier steht die Erweiterung der eigenen Perspektive im Mittelpunkt, es geht um Themen wie Inspiration, Gedanken und Ideen. Der Druck, eine Bedeutung, einen Sinn zu finden oder auch sich neues Wissen anzueignen, macht sich hier bemerkbar. Spannend ist auch, dass eine definierte Krone immer auch mit einem definierten Ajna, dem Verstandeszentrum, einher geht. Man nennt das eine „mentale Definition“. Das Ajna wiederum braucht nicht zwangsläufig eine definierte Krone.

Nur 30 Prozent der Bevölkerung verfügen hier über ein wirkendes, ein definiertes Inspirations-Zentrum. Diese Menschen können mit ihren Fragen andere inspirieren, haben wahrscheinlich selbst ständig Fragen im Kopf – und sind deshalb nicht offen für die Fragen der anderen. Mental abzuschalten fällt ihnen häufig schwer. Der Begriff „Overthinking“ wurde vermutlich für sie entwickelt. Finden sie keine Antworten auf die vielen Fragen, für die sie sich interessieren, treten sie gerne mal die Flucht an in mentale Konstrukte.

Die anderen 70 Prozent der Menschheit mit undefinierter Krone können gut wahrnehmen, welche Fragen andere Menschen beschäftigen und auch das kann durchaus inspirierend sein. Ihnen fällt es häufig leichter zu unterscheiden, welche Fragen wirklich relevant sind und sie können leichter mental entspannen. Allerdings absorbieren offene Kronen auch gerne die Einfälle und Gedanken anderer, sprechen sie aus und denken, es seien ihre eigenen Ideen. Dahinter steckt keine böse Absicht, es ist letztlich die wahrnehmende Fähigkeit dieses undefinierten Zentrums.

Sind Menschen mit undefiniertem Inspirationszentrum nicht ausbalanciert, kann sich das durchaus in einer Überkompensation zeigen und der Gedanke ist dann eher „Ich muss erst alles genau wissen, um alle Fragen beantworten zu können!“ Dann geht auch das Gefühl dafür verloren, ob es wirklich die eigenen Fragen sind, die man zu beantworten versucht. Deshalb kann es immer hilfreich sein für Menschen mit undefinierter Krone, sich genau diese Frage mal zu stellen.

Keine Kopfentscheidungen bitte

Einen wichtigen Hinweis möchte ich Dir noch geben. Das Inspirationszentrum, ist ebenso wenig wie das Verstandeszentrum trotz seines Wissensdurstes nicht dazu da, Entscheidungen zu treffen. Dafür sind deine innere Autorität und die Strategie deines Human Designs zuständig. Oder wie ich meinen Schülern im Human Design Einsteigertraining gerne sage „Der Verstand ist niemals Autorität!“

Spannend, oder? Möchtest Du noch tiefer eintauchen und mehr zu den einzelnen Zentren erfahren? Dann lade ich Dich herzlich ein, an meinem Human Design Einsteiger Training teilzunehmen. Hier erfährst Du viel zu den Zentren, den Typen und auch den Profilen.

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