Key-Noting:

Schlüssel zur Deutung der Essenz einer Körpergrafik

Die Komplexität des Human Design Systems wirft sowohl bei interessierten Laien als auch beim professionellen Coach wesentliche Fragen auf, die mir in dem Zusammenhang immer wieder begegnen:


“Wie navigiere ich elegant durch die Körpergrafik und setze die Puzzleteile zusammen?”

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“Welche Deutungsebenen sind relevant, und welche können hinten anstehen?”

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“Wie setze ich den Fokus und schäle dennoch in der Interpretation

die Individualität des Einzelnen heraus?


Aus meinem Verständnis heraus gibt es kein allgemeines Backrezept.

Dennoch verweise ich gerne auf meinen Leidfaden “Elegant durch die Körpergrafik navigieren”, um einen allgemeinen Ansatzpunkt zu haben, wie ich mich einem Chart nähern könnte. Gleichzeitig möchte ich dir mit den Antworten auf die obigen Fragen, die mir andere Human Design Coaches gegeben haben, den Blick für das Feld der Möglichkeiten weiten:


Der Beobachtungseffekt

Bei der Deutung einer Körpergrafik spielt das Design desjenigen, der seinen Blick darauf lenkt, eine wesentliche Rolle. Hier kommt der so genannte Beobachtungseffekt zum Tragen: Meine persönlichen Erfahrungen, das eigene Design und die persönliche – eher optimistische oder pessimistische – Perspektive beeinflussen die Interpretation.

Als Coach bin ich aufgefordert, mich zu reflektieren, sowie in Austausch mit Anderen zu gehen: Auf Basis von deren Erfahrungen, Vergleichen und Beispielen bekomme ich ein differenzierteres Gefühl für das Spektrum des Erlebens und laufe weniger Gefahr, nur aus meiner eigenen Definition heraus zu coachen, zu beraten. In dem Zusammenhang empfiehlt es sich, gerade bei den Top-Coaching-Themen, die ich für mich in meinen Coachings reflektieren darf: Lebensaufgabe, Geld sowie Partnerschaft und Sexualität gut vorbereitet zu sein.

Zudem darf ich mir vor Augen führen, wie ich als rezeptiver oder strategischer Coach aufgestellt bin, ob mich das vom Klienten unterscheidet und wie ich meine Informationsvermittlung und den Aufbau des Coachings auf diesen abstimmen kann.

Um den Klienten nicht zu überfrachten, ist es hilfreich zu wissen, wo er gerade steht – auch hinsichtlich seiner Human Design Reise:

  • Welche Erfahrung hat der Klient*in bereits mit dem Human Design – ist er/sie totaler Newbie oder bereits einige Monate/Jahre im Prozess?
  • Welche Themen und Herausforderungen bringt er/sie mit?
  • Welche Motivation und Erwartungen haben ihn/sie ins Coaching geführt?
  • Wie alt ist der Klient*in?
    • Da sich das Human Design auf der Zeitschiene entfaltet, ist diese Frage v.a. bei bei 3. und 6. Profillinien zentral
    • oder auch Human Design Typen, die sehr von der sogenannten Norm energetisch und zahlenmäßig abweichen (bspw. Manifestoren & Reflektoren, die eher als Aliens ihr Dasein fristen)

Mögliche Ansatzpunkte, wie du ins Coaching einsteigen könntest:

  • Grundprinzipien und Basics:
    • Human Design Typus und sein Eingebunden-Sein in diese Welt,
    • Strategie,
    • Autorität
    • und Profil
  • Sind die Aktivierungen (Zentren, Tore, Kanäle) bewusst oder unbewusst?
    • Wo versteht mich der Andere (bewusst), und wo baue ich eher auf das erlebte Feedback durch das Umfeld des Coachees (unbewusst)?
  • In welchem Zentrum ist am meisten los oder auch gar nichts?
    • Hier ist es wichtig, das gesamte Spektrum der Zentren abzubilden bzw. nach dem eigenen Erleben im jeweiligen Themenbereich zu fragen. Dies gilt besonders für die offenen Zentren.
  • die Aura und ihre Wirkweise (nach innen wie außen)

Wie könnte man mit scheinbaren Ambivalenzen und Widersprüchen in der Körpergrafik umgehen und sie kommunizieren?

Hier lege ich dir v.a. einen lösungsorientierten, liebevollen Blick ans Herz: Das Leben besteht aus Yin und Yang, Licht und Schatten. Scheinbare Widersprüche dürfen als Sprungbrett für Entwicklung und Wachstum dienen, um so ein größeres Repertoire seiner Selbst auszuschöpfen.

Anhand des Beispiels eines definierten Milzzentrums bei gleichzeitiger Aktivierung des Solarplexus wird deutlich, dass vermeintliche Ambivalenzen das Erleben nuancieren: Das Emotionalzentrum braucht bei Entscheidungen Zeit. Was wiederum gesund für mich ist, ist unabhängig davon, sagt die Milz. Diese fungiert als unterstützendes Element: Ich entscheide also nicht schneller, sondern berücksichtige, ob mir die Entscheidung guttut und ob sie zukunftsorientiert ist.


Gibt es eine Reihenfolge der Relevanz, um die grundlegende Aussage eines Charts zu erfassen?

Ich beobachte, dass gerade sehr wahrnehmende Menschen häufig aufgrund ihrer Reizüberflutung mentalisieren und sich an Details aufhängen, anstatt das große Ganze im Gewahrsein zu haben. Dies ist eine hervorragende Gelegenheit, um ins Gespräch einzusteigen:

“Warum ist es dir wichtig, das nun zu verstehen?”

Die Orientierung an Typ, Strategie und Autorität ermöglicht erst das Erleben der Design-Details: Über Referenzerfahrungen im eigenen HD-Experiment erlangen wir schichtweise ein tieferes Verständnis.

Letztlich geht es im Human Design um Verkörperung und Praxisbezug. Etwa durch Spür- und Atemübungen könnten wir den Coachee einladen, ins Fühlen zu bekommen. Eine tolle Möglichkeit für sakrale Autoritäten sind beispielsweise “Sacral Sessions”:

Hierbei kann der Klient*in über eine Vielzahl geschlossener Fragen, während er auf seine Körperreaktionen achtet, die Erfahrung machen, wie sich sein konkretes Bauchgefühl äußert.

Unser Human Design entfaltet sich nach und nach, ebenso wie sich die Antworten auf drängende Fragen im Laufe des Prozesses zeigen. Wir brauchen diesen nicht künstlich beschleunigen. Wissen will auch zellulär integriert werden, sonst bleibt es auf der Verstandesebene hängen, ohne dass es wirklich genutzt und gelebt werden kann.

Dekonditionierung braucht Zeit und folgt oftmals einer nicht greifbaren Logik.

Dies geschieht FÜR uns, um unser Gesamtsystem nicht zu überfordern.


Gibt es Indizien für Hochsensibilität im Chart?

Anstatt das Pferd von hinten aufzuzäumen und Hochsensibilität o.ä. aus dem Chart heraus zu erklären bzw. am konkreten Design festzumachen, rate ich dazu, nach dem konkreten Erleben des Klienten zu fragen.

Wohl kann man bei Vorliegen einer hohen Rezeptivität die zu überprüfende These aufstellen, dass der Klient*in eine Vielzahl an Informationen aufnimmt und sich gegebenenfalls oftmals aufgrund der Dichte an Wahrnehmungen als überladen wahrnimmt. Dennoch sollte beispielsweise aus 4R (bei den Variablen – was tiefere WahrnehmungsEbenen des Human Designs repräsentiert) nicht automatisch eine Diagnose wie Hochsensiblität, o.ä. abgeleitet werden: Hierbei gilt es, die eigenen fachlichen Kompetenzen und Grenzen bewusst zu haben: Es wird gefährlich, wenn wir unsere wie auch immer gearteteten Gebrechen – und noch schlimmer die des Coachees – mit dem Human Design erklären oder heilen wollen.


Menschen mit einer Split Definition (mehrere Definitionsbereiche in der Körpergrafik, die nicht zusammenhängen) haben immer wieder das Gefühl, nicht “ganz” zu sein. Wie kann man mit diesem Gefühl und Anliegen eines Klienten umgehen?

Die Tendenz der Problematisierung kann auf jedweden Aspekt des eigenen Designs übertragen werden, so auch auf die Split Definition. Tatsächlich mangelt es uns jedoch an nichts. Wir haben alles, was wir zur Erfüllung unserer Lebensaufgabe brauchen.

Auch wenn sich das vermeintliche Fehlen eines Brückentors (Splits können durch eines oder mehrere Tore/Kanäle überbrückt werden) zeitweise herausfordernd anfühlen mag, dürfen wir dem Coachee immer wieder vermitteln, dass es nichts zu lösen oder zu überbrücken gibt: Anstatt Menschen und Projekte auf Basis von Brückentoren auszusuchen, dürfen wir uns auch hier wieder auf Strategie und Autorität besinnen also auf unsere authentische Art eine Summe von kleinen und großen Entscheidungen zu treffen, sowie auf das, was wir SIND und nicht was wir NICHT SIND oder gar SEIN WOLLEN.

Zu spüren, wie wir uns alleine oder im Kontakt fühlen, mag helfen, sich immer wieder mit dem eigenen Design zu verbinden und aufgrund der eigenen Autorität zu entscheiden:

“Wann möchte ich für mich sein, wann mit Anderen?”

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Unser Design – samt aller Oppositionen und Schattenthemen, mit denen wir uns im Laufe des Lebens anfreunden dürfen, – will uns in unserer Entwicklung unterstützen – oder, um es mit Soren Kierkegaards Worten zu sagen:

“Life is not a problem to be solved, but a reality to be experienced.”




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